Goethe Garten im Palmengarten Frankfurt am Main
2001
Ein 1.100 Quadratmeter großes und bis dahin namenloses Areal im Nordosten des Palmen-gartens war einst eine Streuobstwiese vor den Toren der Stadt und im Besitz von „Aja“ Textor, der Mutter Johann Wolfgang von Goethes. Der 250. Geburtstag des wohl bekanntesten Frankfurter Bürgers war ein willkommener Anlass für die Allianz Umweltstiftung, von 1998 bis 1999 den Bau eines Goethe Gartens zu unterstützen.
Bei diesem Projekt ging es um die Verknüpfung von Umwelt und Kultur in einem Gedenkgarten für den großen Dichter und Naturwissenschaftler, der um die enge Verbindung zwischen Kultur und Natur wusste: „Denn die Natur ist aller Meister. Sie zeigt uns erst den Geist der Geister, lässt uns den Geist der Körper sehn, lehrt jedes Geheimnis uns verstehn.“ Der zweigeteilte Garten greift die Doppelbegabung Goethes auf.
Ein Feld in Form eines Gingkoblattes, das wiederum aus Hunderten von kleinen Gingkoblättern aus Stahl ausgebrannt besteht, symbolisiert sein lyrisches Werk: In Stahlsäulen wurden Zitate aus Goethes Werk ausgeschnitten und anhand der Goethischen Farbenlehre farbig gefasst. Die Säulen stehen thematisch angeordnet: Glück, Liebe, Alter, Jugend, Natur unter einer Pergola die mit „Wolken“ aus Stahl versehen ist. In diese sind ebenfalls weitere Zitate ausgebrannt. Man kann so Goethe gegen den Himmel lesen. Ein Brunnen verdeutlicht den Zwiespalt Goethes. Vier Kuben getrennt werden durch eine Wasserkugel vereint. Dies zeigt die Vereinbarung des Unvereinbaren. Dichtung und Wahrheit.
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